AFGHANISTAN

Die Einsatzgeschichte der FSD in Afghanistan reicht zurück bis ins Jahr 2001. In diesem Jahr hatte ein Programm zur Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) drei EOD- und BAC-Schnelleingreifteams zur Unterstützung der humanitären Nahrungsmittelverteilung in ganz Afghanistan eingesetzt. Ein weiteres Team wurde ebenfalls im Jahr 2002 als Ergänzung dieses Programms für das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in Kandahar stationiert. Die FSD hat seit dem Jahr 2010 Einsätze in der Provinz Darvoz durchgeführt, dank der Finanzierungen durch die PATRIP-Stiftung und das US Department of State (WRA). Dabei wurden Minenräumungs-Teams, Mehrzweck-EOD- und Räumungs-Teams und zudem Waffen- und Munitions-Beseitigungsteams ausgebildet und eingesetzt.

Afghanistan leidet wegen fast ununterbrochenem, bewaffnetem Konflikt seit über drei Jahrzehnten weiterhin an einer der höchsten Verseuchungsdichte durch Landminen und explosive Kampfmittelrückstände (ERW) weltweit. Während 78 % des durch verzeichnete Minenfelder und Schlachtfelder kontaminierten Gebiets geräumt wurden, machen die verbleibenden 22 % Afghanistan weiterhin zu einem der Länder, die am meisten durch Landminen und ERWs beeinträchtigt werden. Insgesamt sind 1587 Gemeinden in 257 Bezirken im ganzen Land weiterhin betroffen. 4.337 Gefahrenzonen verbleiben und erschweren die nationale Entwicklung durch die Verzögerung des Baus neuer Schnellstraßen und Straßennetze, Flughäfen, Minen, Elektrizitätsleitungen und Siedlungen. Für Afghanistan kommt erschwerend hinzu, dass der fortwährende Kampf zwischen der relativ neuen Regierung, die erst 2014 gewählt wurde, und den Taliban, in Kombination mit der Reduzierung der internationalen Entwicklungshilfe und der Militärpräsenz die Probleme für die Zivilbevölkerung und den sozioökonomischen Rückschritt des Landes fast täglich verschärfen. Ein Rückgang der gesamten Finanzierungen für die Minenräumung seit dem Jahr 2015 im Vergleich zu den geplanten Mitteln bedeutet hochgerechnet, dass Afghanistan sein Ziel bezüglich Artikel 5 der Ottawa Konvention, bis 2023 minenfrei zu sein, nicht wird einhalten können.

Die Präsenz der FSD in Afghanistan wuchs ebenfalls, parallel zum Wachstum der nationalen Behörden und der Regierung Afghanistans. Das spiegelt sich in der Tatsache wider, dass die FSD momentan als internationale Nichtregierungsorganisation registriert ist, sowie in ihrer Akkreditierung, alle EOD- und Minenräumungsaktionen in Afghanistan im Einklang mit lokalen und nationalen Behörden und den Ministerien für Inneres und der Umwelt durchzuführen. Bis zum 31. Dezember 2016 hat die FSD über 1,3 Millionen Quadratmeter Land geräumt und über 45.000 Minen und andere explosive Kampfmittel beseitigt. Veranstaltungen zur Risikoaufklärung boten 200.000 Kindern in 280 Dörfern und Städten Nordafghanistans wichtige Aufklärungsbotschaften über die Gefahren von explosiven Kampfmitteln.

Ein besonderes Dankeschön an alle unsere Spender und Unterstützer:

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