TOXISCHE ALTLASTEN

Toxische Industrieabfälle bedrohen die Gesundheit von Menschen in vielen Ländern der Welt. Länder in Zentralasien leiden unter dem toxischen Vermächtnis der industriellen Entwicklung der ehemaligen Sowjetunion.

Die FSD verringert die Bedrohung durch toxische Abfälle mithilfe der folgenden Aktivitäten:

  • Absperren und Kennzeichnen kontaminierter und noch nicht gekennzeichneter Industriemülldeponien durch Zäune oder Mauern und Anbringen von Warnschildern. Dadurch wird verhindert, dass Menschen oder Tiere gefährliche Bereiche unbeabsichtigt betreten.
  • Informieren der betroffenen Bevölkerung über die potentiellen Gefahren und darüber, wie sich das Kontaminationsrisiko durch eine entsprechende Anpassung des eigenen Verhaltens reduzieren lässt.
  • Bereitstellung sozialmedizinischer Unterstützung in der Umgebung toxischer Standorte.
  • Umsiedlung von Menschen, die auf toxischen Mülldeponien leben (nur in Absprache mit allen betroffenen Personen).
  • Durchführung wissenschaftlicher Umweltverträglichkeitsprüfungen und Machbarkeitsstudien für die Sanierung der Standorte.
  • Physische Sanierung der Standorte. Dazu können das Ausgraben und sichere Zerstören vergrabener Chemikalien, das Abdecken radioaktiven und toxischen Bergematerials, die Installation langfristiger Grundwasserüberwachungssysteme und ähnliche Maßnahmen gehören.

In Kirgistan führte die FSD eine Umweltverträglichkeitsprüfung für ein aufgegebenes Blei- und Zinkbergwerk in Sumsar durch. Die Ergebnisse zeigten, dass der toxische Staub der Bergematerialhalden für die örtliche Bevölkerung bedenklich und potentiell gefährlich ist.  Weiterführende Literatur: http://www.miningweekly.com/article/eia-released-on-kyrgyzstan-mine-environmental-rehab-concern-2017-05-05/rep_id:3650.

In Tadschikistan isolierte die FSD die Uranhalden „Karta 1-9“ in Buston (ehemals Tschkalowsk) mithilfe einer hohen und 1.800 m langen Betonmauer, damit Menschen und Tiere nicht in das kontaminierte Gebiet gelangen. Im Anschluss wurden 2017 bis 2018 eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um breiter angelegte regionale Initiativen in Koordination mit der Europäischen Union, die IAEO und der Koordinationsgruppe für Uranaltlasten (CGULS) zu unterstützen.

Erstmals arbeitete die FSD im Bereich obsoleter Pestizide in Tadschikistan, wo sie ein Projekt im Dorf Nr. 1, Kumsangir, durchführte, einem der von alten Pestiziden kontaminierten zentralasiatischen Gebiete, wo die Menschen direkt in/auf ehemaligen Pestiziddeponien lebten und Überreste eines ehemaligen Pestizidlagers als kontaminiertes Baumaterial für ihre Unterkünfte und Lebensgrundlage verwendeten. Man schätzt, dass sich an diesem Standort circa 2.000 Kubikmeter (3.600 Tonnen) kontaminierter Boden und 2.175 Kubikmeter (4.300 Tonnen) vergrabene und verteilte alte Pestizidsäcke hauptsächlich mit DDT befanden. Eine Analyse von Proben, die von Verputzmaterialien genommen worden waren, ergab eine Überschreitung der maximal zulässigen Konzentration von DDT um das 14-Fache, von Endosulfan um das Elffache und von Dieldrin um das Dreifache. Eine von der FSD in Dorf Nr. 1 durchgeführte medizinische Maßnahme stellte außerdem fest, dass von 2.319 Menschen ca. 340 an verschiedenen chronischen Krankheiten litten, wobei es sich bei 21 dieser 340 kranken Menschen um Kinder im Alter unter 14 Jahren handelte.

Die FSD setzte ein Dorfgemeinschaftsprojekt in Dorf Nr. 1 um, in dessen Rahmen diejenigen, die auf der Deponie lebten, an einen neuen Ort in der Stadt umgesiedelt wurden, wo neue Häuser für sie gebaut wurden.  Das war die erste Phase eines wesentlich breiter angelegten physischen Sanierungsprojekts, das die FSD 2017 und 2018 in Kumsangir, Oykamar und Kanibadam sowie auf der zentralen Deponie des Polygons Wachsch durchführte.

In Oykamar nahm die FSD von 2018 bis 2019 eine Standortcharakterisierung und Umweltverträglichkeitsprüfungen vor, die zur Sanierung von mehr als 400 Tonnen kontaminierten Bodens und dessen Verbringung zum Polygon Wachsch führten.  Von 2020 bis 2025 wird sich die FSD an einem größeren UNEP-Programm in der Region beteiligen, um noch mehr kontaminiertes Land zu sanieren und an einer Pilotstudie zu physikalisch-thermischen Entsorgungstechniken für die Handhabung kontaminierter Erde am Standort Polygon Wachsch zu arbeiten.

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