Mindanao: Neues Einsatzzentrum für schnelle Reaktionen bei Explosionsgefahren

6 Januar 2026 /  Orlane Lagarde
Nach wie vor ist die Insel Mindanao im Süden der Philippinen stark mit Blindgängern und zurückgelassenen Kampfmitteln verseucht – ein Erbe jahrzehntelanger bewaffneter Konflikte. Ob auf Feldern, in der Nähe von Wohnhäusern oder entlang von Wegen, die von Kindern genutzt werden: Diese Sprengkörper stellen eine ständige Gefahr für die Bevölkerung dar.

Bis vor kurzem zögerten viele Einwohner·innen aus Angst, Misstrauen oder aufgrund mangelnder Informationen, verdächtige Funde zu melden. Daher blieben Munitionsreste oft monate- oder sogar jahrelang liegen und setzten die Bevölkerung dem Risiko schwerer, teils tödlicher Unfälle aus.

Ohne sich der Gefahr ihrer Handlungen bewusst zu sein, sammeln manche Menschen Blindgänger und verwandeln sie in Alltagsgegenstände wie beispielsweise Schulglocken. 

Heute hat sich die Situation verändert. Am 24. November 2025 wurde in Mindanao ein Einsatzzentrum eingeweiht, das der Koordination und Bewältigung explosiver Gefahren gewidmet ist. Das in Zusammenarbeit mit der FSD und den am Friedensprozess beteiligten Parteien eingerichtete Zentrum bringt die philippinische Polizei und die Streitkräfte zusammen und ermöglicht nun eine schnelle, koordinierte und wirksame Reaktion auf jede Meldung.

«Bevor das Zentrum gegründet wurde, lösten Blindgängerfunde lähmende Angst aus und beeinträchtigten die lokale Wirtschaft», erklärt Cristian Miko Lim vom Koordinierungskomitee für die Einstellung der Feindseligkeiten. 

«Seit das Einsatzzentrum voll einsatzfähig ist, löst jeder Hinweis auf einen möglichen Sprengkörper eine schnelle Reaktion innerhalb von 48 Stunden aus», erklärt Polizeibeamtin Shahanie D. Die Informationen werden zentral erfasst, die Zuständigkeiten sind klar definiert und die Einsatzteams wissen genau, wie sie handeln müssen, um Unfälle zu verhindern. «Wenn wir einen Anruf zu einem Sprengkörper erhalten, können wir sofort alle notwendigen Informationen zusammentragen und über das Einsatzzentrum eine koordinierte Reaktion einleiten», fügt ihre Kollegin Edna L. hinzu.

Die FSD führte für die Mitarbeitenden des Zentrums eine fünftägige Schulung durch und vermittelte dabei essentielles Wissen, um bei der Entdeckung von Sprengkörpern schneller und sicherer reagieren zu können.

Parallel dazu setzen die Teams der FSD ihre Sensibilisierungsbemühungen fort. Sie wollen den Einwohner·innen beibringen, gefährliche Objekte zu erkennen, sich vor ihnen zu schützen und verdächtige Gegenstände dem Zentrum zu melden.

Über die unmittelbare Risikominderung hinaus spielt die Eröffnung des Zentrums eine Schlüsselrolle bei der Friedensförderung. Indem Akteure, die früher verfeindet waren, rund um ein gemeinsames Ziel — den Schutz der Bevölkerung — zusammenarbeiten, trägt das Einsatzzentrum dazu bei, Vertrauen zwischen den verschiedenen Konfliktparteien wiederherzustellen. Diese konkrete Zusammenarbeit, die im Friedensabkommen verankert ist, stellt einen wichtigen Schritt hin zu dauerhafter Sicherheit für die Gemeinschaften und zu einem Frieden dar, der Tag für Tag aufgebaut wird.