Die Kämpfe in der Ukraine haben Millionen von Minen, Streumunition sowie nicht explodierte oder zurückgelassene Munition hinterlassen, wodurch das Land zu einem der am stärksten kontaminierten Länder der Welt geworden ist. Mehr als ein Viertel des Landes soll von diesen explosiven Kampfmittelrückständen betroffen sein. Die FSD engagiert sich seit 2015 für die Minenräumung in der Ukraine.
Seit März 2026 sind über 450 Mitarbeitende der FSD in den Provinzen Tschernihiw, Charkiw, Donezk, Cherson und Poltawa im Einsatz.
Derzeit führen zwölf Teams Untersuchungen in vermuteten Gefahrengebieten durch, und 33 Minenräumteams orten Sprengkörper in Minenfeldern und ehemaligen Kampfgebieten. Mithilfe von Spezialmaschinen werden ländliche Gebiete für die Räumung vorbereitet und gepanzerte Baufahrzeuge helfen dabei, Trümmer von durch Sprengkörper beschädigten oder zerstörten Gebäuden zu beseitigen. Mitte September 2025 wurde das erste Team mit Minenspürhunden eingesetzt. Parallel dazu führen neun Teams Risikoaufklärung in Schulen und Dörfern durch, die durch Online-Sitzungen und digitale Kampagnen in sozialen Medien ergänzt werden.
Unsere Wirkung seit Juni 2022
4’000’000
Quadratmeter Land geräumt
130’000’000
Quadratmeter Land inspiziert
500’000
Personen für die Gefahren durch explosive Kampfmittelrückstände sensibilisiert
Seit 2023 unterstützt die FSD die Kampfmittelräumteams des Staatlichen Notfalldienstes der Ukraine logistisch und fachlich. Derzeit werden deren Kompetenzen im Bereich der mechanischen Minenräumung durch Schulungen gestärkt. Zudem wird eine Werkstatt für die Reparatur, Wartung und Modernisierung von Minenräumgeräten saniert.
Die FSD unterstützt zudem die lokale Nichtregierungsorganisation “Ukrainian Center for Humanitarian Protection” (UCHP) dabei, ihre operativen und institutionellen Kapazitäten im Bereich der Minenbekämpfung auszubauen. Das Ziel besteht darin, der Organisation langfristig die unabhängige Durchführung humanitärer Minenräumaktionen zu ermöglichen.
Karte der FSD Einsätze in der Ukraine
Hintergrund der FSD Tätigkeiten in der Ukraine
Die FSD nahm ihre Arbeit in der Ukraine Anfang 2015 auf und konzentrierte sich auf die Region Donbas entlang der Kontaktlinie zwischen den von der ukrainischen Regierung und den von Separatisten kontrollierten Gebieten. Unsere Aufklärungsteams starteten zunächst Präventionskampagnen in Schulen und Dörfern, um die Bevölkerung über das sichere Verhalten in der Nähe von Landminen und Blindgängern zu informieren. Parallel dazu bewerteten und kartierten Untersuchungssteams die mit explosiven Kriegsmunitionsrückständen verseuchten Gebiete.
Im Jahr 2016 begann die FSD mit der Minenräumung, wobei etwa 50 lokale Mitarbeitende von den beiden Einsatzstützpunkten in Slowjansk und Mariupol rekrutiert, geschult und eingesetzt wurden. In den folgenden Jahren inspizierten diese Teams dutzende ehemalige Kampfgebiete und lokalisierten hunderte von Blindgängern. Gleichzeitig unterstützte die FSD ukrainische Institutionen bei der Einrichtung einer nationalen Antiminenbehörde.
Aufgrund der Ausweitung des bewaffneten Konflikts wurden die Aktivitäten der FSD Ende Februar 2022 für einige Monate eingestellt und schliesslich neu ausgerichtet, um die Sicherheit der Mitarbeitenden und ihrer Familien zu gewährleisten und den vom Konflikt betroffenen Gemeinschaften humanitäre Nothilfe zu bieten. Im Juni 2022 ermöglichte die Verbesserung der Sicherheitslage die Einrichtung einer neuen Operationsbasis in Tschernihiw, gefolgt von einer weiteren in der Provinz Charkiw im November, wodurch die Minenräumaktivitäten wieder aufgenommen werden konnten.
Seit dem Jahr 2023 erweiterte die FSD ihre operativen Kapazitäten durch die Einstellung und Ausbildung zusätzlicher Mitarbeitenden und die Anschaffung neuer Ausrüstung. Zudem hat die FSD zwei Satellitenbüros in der Provinz Donezk und in der Nähe von Krywyj Rih eröffnet, um die Einsätze im Nordosten der Provinz Cherson zu unterstützen.
Ziele für die nächsten zwölf Monate
Ausweitung der humanitären Hilfe: Die Minenräumungsmassnahmen der FSD in den Provinzen Tschernihiw, Charkiw, Cherson und Donezk werden 2026 fortgesetzt. Für die kommenden Monate ist zudem eine Ausweitung innerhalb der Einsatzgebiete und in benachbarten Provinzen geplant.
Verstärkter Einsatz von Hunden und Technologie: Ende 2025 wurde unser erstes Minenspürhundeteam eingesetzt, um die manuellen Minenräumungsaktivitäten der FSD zu unterstützen, 2026 wird ein zweites hinzukommen. Parallel dazu wird die FSD weiterhin mit dem gemeinnützigen Start-up FindMine daran arbeiten, dessen UAV-basiertes Fernerkundungssystem in der Ukraine zu testen. Das UAV ist mit einem Bodenradar ausgestattet und kann vergrabene Objekte wie Minen und Blindgänger aufspüren. Die FSD testet derzeit ausserdem ein System zur digitalen Kennzeichnung kontaminierter Gebiete. Mithilfe von Schildern mit QR-Codes ist ein Zugriff auf aktuelle digitale Karten möglich, die das Kontaminationsrisiko anzeigen.
Stärkung der lokalen Kapazitäten: Die FSD wird ihre lokale NGO-Partnerorganisation, das „Ukrainian Center for Humanitarian Protection” (UCHP), auch weiterhin bei der Stärkung ihrer operativen und strukturellen Kapazitäten einschliesslich der Entwicklung von Unterstützungsfunktionen unterstützen. Das UCHP hat bereits eine Akkreditierung für Risikoaufklärung sowie für nichttechnische Untersuchungs- und Räumungsaktivitäten erhalten. Nach und nach werden die geschulten Teams in die Verwaltung des UCHP überführt. Das technische Fachwissen der nationalen FSD-Mitarbeitenden wird durch regelmässige Schulungsprogramme des internen, akkreditierten Schulungszentrums der FSD kontinuierlich gestärkt.
Ressourcenmobilisierung für den Wiederaufbau: Angesichts des grossen Ausmasses der Minen- und Blindgänger-Kontamination setzt sich die FSD weiterhin dafür ein, ihre Aktivitäten aufrechtzuerhalten und auszuweiten, um die humanitäre Wirkung zu maximieren. Sie arbeitet auch mit Interessengruppen zusammen, um ihre Expertise in den Bereichen Minenräumung und Einsatz mechanischer Mittel zur Unterstützung des Wiederaufbaus einzusetzen und so den Weg für einen sicheren und nachhaltigen Wiederaufbau in den betroffenen Gemeinschaften zu ermöglichen.
Unsere Finanzierungsquellen
Die Minenräumaktivitäten der FSD in der Ukraine werden von institutionellen Geldgebern, privaten Spender·innen sowie von Schweizer Kantonen und Gemeinden unterstützt und finanziert. Die FSD setzt sich weiterhin dafür ein, ihre Aktivitäten aufrechtzuerhalten und auszubauen, um die humanitäre Wirkung für die betroffene Bevölkerung zu maximieren und die Minenräumung im Land zu beschleunigen.
Erhalten Sie einmal im Monat Neuigkeiten, Erfahrungsberichte und Geschichten aus dem Feld.
Informiert zu sein, heisst schon zu handeln.
„*“ zeigt erforderliche Felder an
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen eine bessere Nutzererfahrung zu bieten und die Wirksamkeit unserer Kampagnen zu messen.
Mehr Informationen .
Reichweitenmessung
Wir nutzen Tools zur Messung der Besucherzahlen (wie Google Analytics 4 und Clarity) über den Google Tag Manager, um die Nutzung der Website zu analysieren und sie zu verbessern. Die Daten werden ausschliesslich zu statistischen Zwecken verwendet und nicht für zielgerichtete Werbung eingesetzt.
Werbe- und Kampagnenmessung
Wir verwenden zudem Tags im Zusammenhang mit Google Ads, um die Leistung unserer Kampagnen zu messen und Ihnen gegebenenfalls relevantere Werbung anzuzeigen.