Unser Minenräumprogramm in der Ukraine

24 März 2026 /  Seraina Chowdhury
Die Kämpfe in der Ukraine haben Millionen von Minen, Streumunition sowie nicht explodierte oder zurückgelassene Munition hinterlassen, wodurch das Land zu einem der am stärksten kontaminierten Länder der Welt geworden ist. Mehr als ein Viertel des Landes soll von diesen explosiven Kampfmittelrückständen betroffen sein. Die FSD engagiert sich seit 2015 für die Minenräumung in der Ukraine.

Unsere laufenden Projekte – September 2026

Seit September 2026 sind rund 450 Mitarbeitende der FSD in sieben Regionen im Einsatz: Tschernihiw, Charkiw, Donezk, Cherson, Poltawa, Mykolajiw und Sumy.

Derzeit führen zehn Teams Untersuchungen in vermuteten Gefahrengebieten durch, während sich 33 Minenräumteams darauf konzentrieren, Sprengkörper in Minenfeldern und ehemaligen Kampfgebieten aufzuspüren und zu räumen. Fünf mechanische Minenräumteams nutzen Spezialmaschinen, um ländliche Gebiete für die Räumung vorzubereiten. Mit gepanzerten Baufahrzeugen entfernen sie zudem Trümmer von Gebäuden, die durch Sprengkörper beschädigt oder zerstört wurden. Ein Team mit Minenspürhunden unterstützt die Räumungsarbeiten. Parallel dazu führen zehn Teams Aufklärungsmassnahmen zu den Gefahren in Schulen und Gemeinschaften durch, die durch digitale Kampagnen auf verschiedenen Social-Media-Plattformen ergänzt werden.Derzeit führen zwölf Teams Untersuchungen in vermuteten Gefahrengebieten durch, und 33 Minenräumteams orten Sprengkörper in Minenfeldern und ehemaligen Kampfgebieten. Mithilfe von Spezialmaschinen werden ländliche Gebiete für die Räumung vorbereitet und gepanzerte Baufahrzeuge helfen dabei, Trümmer von durch Sprengkörper beschädigten oder zerstörten Gebäuden zu beseitigen. Mitte September 2025 wurde das erste Team mit Minenspürhunden eingesetzt. Parallel dazu führen neun Teams Risikoaufklärung in Schulen und Dörfern durch, die durch Online-Sitzungen und digitale Kampagnen in sozialen Medien ergänzt werden.

Unsere Wirkung seit Juni 2022
5’900’000
Quadratmeter Land geräumt
134’000’000
Quadratmeter Land inspiziert
589’000
Personen für die Gefahren durch explosive Kampfmittelrückstände sensibilisiert

Seit 2023 trägt die FSD durch Partnerschaften mit ukrainischen Organisationen und Institutionen ausserdem zur Stärkung der nationalen Kapazitäten der Ukraine im Bereich der Minenräumung bei.

Karte der FSD Einsätze in der Ukraine

Hintergrund der FSD Tätigkeiten in der Ukraine

Die FSD nahm ihre Arbeit in der Ukraine Anfang 2015 auf. Zunächst führte sie Risikoaufklärung sowie Untersuchungen in der Donbass-Region durch. Im Jahr 2016 wurde das Programm um Minenräumaktionen erweitert, wobei die FSD lokale Minenräumer·innen rekrutierte und ausbildete. In den folgenden Jahren unterstützte sie zudem ukrainische Institutionen beim Ausbau ihrer nationalen Kapazitäten im Bereich der Minenräumung.

Aufgrund des gross angelegten Angriffs auf die Ukraine wurden die Aktivitäten der FSD Ende Februar 2022 für einige Monate eingestellt und schliesslich neu ausgerichtet, um die Sicherheit der Mitarbeitenden und ihrer Familien zu gewährleisten und den vom Konflikt betroffenen Gemeinschaften humanitäre Nothilfe zu bieten. Im Juni 2022 ermöglichte die Verbesserung der Sicherheitslage die Einrichtung einer neuen Operationsbasis in Tschernihiw, gefolgt von einer weiteren in der Provinz Charkiw im November, wodurch die Minenräumaktivitäten wieder aufgenommen werden konnten.

Seit dem Jahr 2023 erweiterte die FSD ihre operativen Kapazitäten durch die Einstellung und Ausbildung zusätzlicher Mitarbeitenden und die Anschaffung neuer Ausrüstung. Zudem hat die FSD zwei Satellitenbüros in der Provinz Donezk und in der Nähe von Krywyj Rih eröffnet, um die Einsätze im Nordosten der Provinz Cherson zu unterstützen.

Im Jahr 2024 eröffnete die FSD zwei Aussenstellen in der Region Donezk und in Krywyj Rih, um ihre expandierenden Aktivitäten zu unterstützen.

Im Jahr 2025 rief die FSD zwei Kapazitätsaufbau-Projekte ins Leben. Eines unterstützt den Staatlichen Notfalldienst der Ukraine (SESU) beim Ausbau im Bereich der mechanischen Minenräumung, während das zweite die lokale NGO UCHP beim Ausbau ihrer Kompetenzen im Bereich der humanitären Minenräumung unterstützt.

Die FSD ist derzeit in sieben Regionen tätig und beschäftigt rund 450 Mitarbeitende, die das gesamte Spektrum der humanitären Minenräumaktivitäten abdecken. Durch die Ausweitung der Aktivitäten im Bereich der Untersuchung und Risikoaufklärung auf Mykolajiw und Sumy wurde die humanitäre Reichweite der FSD weiter vergrössert.

Stärkung der Kapazitäten der Ukraine im Bereich der Minenräumung 

Da weite Teile der Ukraine von Minen und anderen explosiven Kampfmitteln betroffen sind, wird die Beseitigung dieser Gefahren auch in den kommenden Jahren nachhaltige Minenräummassnahmen erfordern. Die Stärkung der nationalen und lokalen Kapazitäten ist daher unerlässlich, um eine langfristige, lokal gesteuerte Bewältigung dieser Probleme zu ermöglichen. 

Unterstützung einer lokalen Organisation für Minenräumung

2025 startete die FSD gemeinsam mit der lokalen NGO Ukrainian Center for Humanitarian Protection (UCHP) ein dreijähriges Programm zum Ausbau ihrer technischen und organisatorischen Kapazitäten in der humanitären Minenräumung. Die FSD schult und betreut UCHP-Teams bei Untersuchungen, Minenräumung und Risikoaufklärung und unterstützt die Organisation gleichzeitig beim Aufbau der Strukturen, die für die eigenständige Durchführung ihrer Minenräumaktivitäten erforderlich sind. 

Das UCHP hat die nationale Akkreditierung für nichttechnische Untersuchung, Risikoaufklärung und Minenräumung erhalten. Nun sind zwei Minenräumteams sowie ein Team für die Aufklärung über Minengefahren und ein Team für nichttechnische Untersuchung voll einsatzfähig. 

Aufbau nationaler Kapazitäten zur mechanischen Minenräumung 

Die FSD stärkt zudem die Kapazitäten des Staatlichen Notfalldienstes der Ukraine (SESU) im Bereich der mechanischen Minenräumung. Dazu bietet sie spezielle Schulungen an und saniert eine Werkstatt, in der Minenräumgeräte repariert, gewartet und modernisiert werden können. 

Die FSD fördert die fachliche Kompetenz des ukrainischen Minenräumpersonals durch spezialisierte Schulungen, darunter Kurse, die in ihrem akkreditierten hauseigenen Ausbildungszentrum angeboten werden. 

Ziele für die nächsten zwölf Monate

  • Ausweitung der humanitären Hilfe: Die Minenräumungsmassnahmen der FSD in den Provinzen Tschernihiw, Charkiw, Cherson und Donezk werden 2026 fortgesetzt. Die Untersuchungs- und Risikoaufklärungsmassnahmen wurden zudem auf die benachbarten Regionen Sumy und Mykolajiw ausgeweitet, wobei geplant ist, diese Aktivitäten in den kommenden Monaten weiter auszubauen.
  • Stärkung der lokalen Kapazitäten: Aufbauend auf ihren laufenden Programmen zum Kapazitätsaufbau wird die FSD die ukrainischen Kompetenzen im Bereich der Minenräumung durch die Übertragung operativer Zuständigkeiten, spezialisierte Schulungen sowie die Unterstützung nationaler und lokaler Partner weiter ausbauen. 
  •  Verstärkter Einsatz von Technologie: Die FSD wird ihre Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Start-up FindMine fortsetzen, um das UAV-basierte Fernerkundungssystem des Unternehmens in der Ukraine zu testen. Das Drohnen-Ortungssystem ist mit einem Bodenradar ausgestattet und kann somit vergrabene Objekte wie Minen und Blindgänger aufspüren. Zudem erprobt die FSD ein innovatives digitales System zur Gefahrenmarkierung mittels QR-Codes. Damit sollen Gemeinschaften Zugang zu aktuellen digitalen Karten erhalten, die Kontaminationsrisiken aufzeigen. Nach erfolgreichen ersten Tests wird das System auf weitere Regionen ausgeweitet. 

Unsere Finanzierungsquellen

Die Minenräumaktivitäten der FSD in der Ukraine werden von institutionellen Geldgebern, privaten Spender·innen sowie von Schweizer Kantonen und Gemeinden unterstützt und finanziert. Die FSD setzt sich weiterhin dafür ein, ihre Aktivitäten aufrechtzuerhalten und auszubauen, um die humanitäre Wirkung für die betroffene Bevölkerung zu maximieren und die Minenräumung im Land zu beschleunigen.