Tadschikistan

Minenaktion Nachhaltige Entwicklung
Humanitäre Minenräumung Vernichtung von Waffen- und Munitionsbeständen Bodensanierung Risikoaufklärung über die Gefahren durch Sprengkörper
In Tadschikistan sichert die FSD Gebiete, die mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht sind, und trägt danach zur sozioökonomischen Entwicklung dieser Gebiete bei.

Verminte Gebiete als Erbe vergangener Kriege

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden die Grenzen Tadschikistans, insbesondere zu Afghanistan und Usbekistan, stark vermint. Auch an der Grenze zu Kirgisistan kam es zu Grenzkonflikten, wodurch in einigen umstrittenen Gebieten explosive Kriegsüberreste zurückblieben. Darüber hinaus hat der Bürgerkrieg im zentralen Teil des Landes zu einer Vielzahl von Blindgängern geführt, wodurch sich die Sicherheit und der Zugang zu Land erheblich verschlechtert haben. Diese Kontaminationen behinderten lange Zeit die Landwirtschaft, das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung und die sozioökonomische Entwicklung. Dank der laufenden Minenräumarbeiten nimmt die Gefahr stetig ab und Tadschikistan rückt seinem Ziel, bis 2032 minenfrei zu sein, immer näher.

Zuvor haben wir das Vieh direkt neben den Häusern weiden lassen, 200 Meter von den Sprengkörpern entfernt. Nun, da das Gebiet gesichert ist, haben wir wieder Zugang zum Wasserreservoir.

Gemischte Teams zur Minenräumung

In Isfara, Rasht sowie entlang der Grenzen zu Afghanistan und Kirgisistan führt die FSD zunächst Untersuchungen durch, um noch kontaminierte Gebiete zu identifizieren. Anschliessend lokalisiert und entschärft sie die dort vorhandenen Minen und explosiven Kriegsreste. Dabei wird ein integrativer Ansatz bevorzugt: Die Teams setzen sich aus lokal rekrutierten und ausgebildeten Männern und Frauen zusammen. Parallel dazu werden in Schulen und Dörfern Aufklärungsmassnahmen zu den Gefahren von Sprengkörpern durchgeführt, um die Bevölkerung zu schützen und ihr das richtige Verhalten beizubringen, bis die Minenräumung abgeschlossen ist.

Sobald die Gebiete gesichert sind, führt die FSD Projekte durch, um die Resilienz der Gemeinschaften gegenüber dem Klimawandel zu stärken. Zu diesen Initiativen gehören der Bau von Gewächshäusern, die Installation von Sonnenkollektoren sowie die Verbesserung des Zugangs zu Wasser. Dadurch kann die lokale Bevölkerung nachhaltige landwirtschaftliche Aktivitäten entwickeln und ihre Ernährungssicherheit verbessern.

Unsere Wirkung in Tadschikistan (2025)
347’475
Quadratmeter entmint
9’239
Menschen für die Gefahren von Sprengkörpern sensibilisiert
58
Mitarbeitende der FSD im Einsatz, darunter 57 tadschikische Staatsangehörige

Bewältigung ökologischer Herausforderungen

Durch die Minenräumungsmassnahmen der FSD konnten ehemals gefährliche Gebiete dauerhaft gesichert werden, sodass die Gemeinschaften nun wieder ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen und ungehindert Zugang zu Wasser und lokalen Infrastrukturen haben. Diese Massnahmen knüpfen an frühere Initiativen an, zu denen das Projekt zur Vernichtung veralteter Waffen- und Munitionsbestände sowie das Programm zur Dekontaminierung pestizidverseuchter Böden aus der Sowjetzeit gehören.

Dank der nach der Minenräumung umgesetzten Resilienzprojekte können die Menschen heute nachhaltige landwirtschaftliche Aktivitäten entwickeln, ihre Ernährungssicherheit verbessern und ihre Selbstständigkeit stärken, was zu einer sichereren und nachhaltigeren Umwelt beiträgt.

Im Jahr 2025 wurde das Programm der FSD in Tadschikistan vom britischen Ministerium für Auswärtiges, Commonwealth & Entwicklung (FCDO), von der PATRIP-Stiftung, vom US-Aussenministerium sowie von privaten Spender·innen unterstützt.