Afghanistan

Minenaktion
Humanitäre Minenräumung Risikoaufklärung über die Gefahren durch Sprengkörper Opferhilfe
Zwanzig Jahre lang engagierte sich die FSD in Afghanistan für die Reduzierung der Risiken durch Minen und andere explosive Kriegsrückstände. Unsere Teams räumten das Land von Sprengkörpern und halfen Unfallopfern bei der sozialen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung.

Ein von Minen geplagtes Land

Afghanistan ist eines der Länder, in denen jedes Jahr die meisten Unfälle mit Minen und explosiven Kriegsresten zu verzeichnen sind. Seit 1989 wurden bei unbeabsichtigten Explosionen mehr als 45’000 Menschen getötet oder verletzt. Zu den gefürchtetsten Gefahren zählen die sogenannten „Schmetterlingsminen”, kleine grüne Plastikminen, die im ganzen Land verstreut sind. Da sie leicht und bunt sind, werden sie von Kindern, die die Mehrheit der Opfer ausmachen, oft mit Spielzeug verwechselt.

Einige Kinder haben keine andere Wahl, als Minenfelder zu durchqueren, um zur Schule zu gelangen.

Minenräumung in der bergigen Provinz Badakhshan

Diese Region im Nordosten Afghanistans ist durch eine Bergkette vom Rest des Landes isoliert, schwer zugänglich und erhält nur wenig internationale Hilfe. Die Minenräumer·innen der FSD lokalisierten und zerstörten dort Zentimeter für Zentimeter Minen und Blindgänger. Über vier Millionen Quadratmeter Land wurden so gesichert.

Parallel dazu führte die FSD Risikoaufklärung durch, um den Einwohner·innen dabei zu helfen, Gefahren durch Sprengkörper zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten.

Die FSD unterstützte Überlebende von Unfällen auch mit massgeschneiderten Programmen, die ihnen den Zugang zu einkommensschaffenden Aktivitäten wie Imkerei oder Schneiderei ermöglichten.

Nach einer Unterbrechung der Finanzierung wurden die Operationen Anfang 2025 eingestellt. Die betroffenen Gebiete wurden markiert und gesichert, und die lokalen Gemeinschaften wurden über die weiterhin bestehenden Risiken informiert. 

Unsere Wirkung in Afghanistan (2025)
9’350
Quadratmeter Land geräumt
28
Sprengkörper neutralisiert

Gesicherte Lebensgrundlagen

In einem Land, in dem Landwirtschaft und Viehzucht für das Überleben unerlässlich sind, gehören nomadische Hirten zu den Menschen, die am stärksten durch Minen und explosive Kriegsrückstände gefährdet sind. Durch die Minenräumung in Badakhshan ermöglichte die FSD die Wiederaufnahme landwirtschaftlicher und pastoraler Aktivitäten und sorgte dafür, dass Kinder gefahrlos zur Schule gehen können. Jedes gesicherte Gebiet ist ein Schritt in Richtung Stabilität: Familien können ihre Felder wieder nutzen, Herden kehren auf die Weiden zurück und Dörfer erwachen zu neuem Leben.

Obwohl die Aktivitäten im Jahr 2025 unterbrochen wurden, bleiben die humanitären Bedürfnisse erheblich. Die FSD prüft derzeit Finanzierungsmöglichkeiten, um die Operationen im Jahr 2026 wieder aufzunehmen.

Im Jahr 2025 wurden die Operationen der FSD in Afghanistan vom US-Aussenministerium sowie von privaten Spendern unterstützt.