Irak

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Minenaktion
Humanitäre Minenräumung Risikoaufklärung über die Gefahren durch Sprengkörper
Die FSD ist seit 2016 im Irak tätig, um die vom Islamischen Staat besetzten Gebiete zu entminen. Damit leistet sie einen Beitrag zur Sicherheit und zur Rückkehr vertriebener Familien.

Improvisierte Minen, ein tödliches Erbe

Zwischen 2014 und 2017 hat der Islamische Staat Hunderttausende improvisierter Minen in den von ihm besetzten Gebieten im Irak verlegt: rund um Dörfer, wichtige Infrastrukturen, Strassen, Felder, Schulen und sogar in einigen Häusern. Diese aus Alltagsmaterialien hergestellten improvisierten Sprengkörper schränken den Zugang zu wichtigen Gebieten ein und behindern den Wiederaufbau. Zudem schaffen sie ein Klima der Angst und Unsicherheit, wodurch die Rückkehr der Vertriebenen und die Wiederaufnahme des Alltagslebens in den betroffenen Regionen verlangsamt werden.

Ein Junge hütete Schafe, als plötzlich eine Mine unter seinen Füssen explodierte. Als sein Cousin kam, um ihm zu helfen, explodierte ein weiterer Sprengkörper.

Millionen Quadratmeter entmint

Die FSD nahm ihre Tätigkeit im Irak im Jahr 2016 auf, als der Islamische Staat noch einen Teil des Landes besetzt hielt. Seitdem wurden mehrere Minenräumteams insbesondere in den Provinzen Ninive und Kirkuk eingesetzt. Der Fokus der FSD liegt auf der Neutralisierung von improvisierten Sprengkörpern. Die Minenräumer·innen setzen regelmässig gepanzerte Baumaschinen ein, um Trümmer eingestürzter Gebäude zu beseitigen und so den Wiederaufbau von Häusern zu ermöglichen.

Anfang 2025 wurden sechs Minenräumteams in Ninive und Kirkuk eingesetzt, die bei der Untersuchung gefährlicher Bauwerke durch gepanzerte Fahrzeuge und ferngesteuerte Systeme unterstützt wurden. In den ersten Wochen des Jahres räumten die Teams kontaminierte Gebieten in Qayyarah, Makhmur und Dabes.

Parallel dazu klären Teams in Dörfern und Schulen über die Gefahren von Minen auf, um Kinder und Erwachsene zu informieren und Unfälle zu verhindern. Digitale Kampagnen ergänzen diese Massnahmen, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

Ende Januar 2025 mussten die Arbeiten jedoch aufgrund eines unerwarteten Ausfalls der Finanzierung eingestellt werden. Die teilweise geräumten Gebiete wurden in Abstimmung mit den nationalen Behörden gesichert und gekennzeichnet. Zudem wurden die Gemeinschaften über die verbleibenden Risiken informiert.

Die Rückkehr der Vertriebenen ermöglichen

Seit Beginn ihrer Einsätze im Irak hat die FSD mehr als 23’000 improvisierte Minen unschädlich gemacht. Durch diese wichtige Arbeit konnten viele vertriebene Familien in ihre Heimat zurückkehren und ihre Häuser in Sicherheit wieder aufbauen. Hirt·innen können ihre Tiere wieder gefahrlos weiden lassen und Kinder können angstfrei draussen spielen. Durch die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren durch improvisierte Sprengkörper konnte das Unfallrisiko in den noch kontaminierten Gebieten verringert werden.

Dank neuer Finanzmittel des Kantons Genf konnten Ende 2025 die Aktivitäten durch den Einsatz eines ausschliesslich aus Frauen bestehenden Minenräumteams wieder aufgenommen werden.

Das Minenräumprogramm der FSD im Irak wurde im Jahr 2025 vom US-Aussenministerium, dem Kanton Genf und privaten Spender·innen finanziert.

Unsere Wirkung im Irak (2025)
216
Sprengkörper lokalisiert und entschärft
+450’000
Quadratmeter geräumt
2’250
Personen während Präsenzveranstaltungen für die Gefahr von Minen sensibilisiert
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