Kroatien

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Minenaktion
Humanitäre Minenräumung
Von 1998 bis 1999 führte die FSD eines ihrer ersten humanitären Projekte zur Minenräumung im Dorf Kusonje im Osten Kroatiens durch.

Minen aus dem Unabhängigkeitskrieg

Ende der 1990er Jahre stellten die Minenfelder aus dem kroatischen Unabhängigkeitskrieg noch immer eine grosse Gefahr für die lokale Bevölkerung dar und behinderten den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und wichtigen Infrastrukturen. Zwischen 1991 und 2020 wurden fast 2’000 Menschen durch Minen und explosive Kampfmittelrückstände im Land verletzt oder getötet.

Das Dorf Kusonje liegt an einer ehemaligen Frontlinie im Osten Kroatiens, einem Ort, der durch einen tödlichen Hinterhalt während des Konflikts auf tragische Weise geprägt ist. Es war Schauplatz heftiger Kämpfe, bei denen fast das gesamte Dorf zerstört wurde, was zur Vertreibung eines Grossteils der Bevölkerung führte. Zwar wurden die Häuser nach dem Konflikt teilweise gesichert, doch die landwirtschaftlichen Flächen blieben unzugänglich. Somit konnten die Bewohner·innen ihren Lebensunterhalt nicht wieder aufnehmen.

Unsere Wirkung in Kroatien
2’000
Opfer von Minen und explosiven Kampfmittelrückständen
1.
humanitäre Minenräumorganisation im Land

Die erste humanitäre Minenräumaktion der FSD in Kroatien

Im Auftrag der Schweizer Organisation Causes Communes und finanziert durch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten führte die FSD zwischen 1998 und 1999 eine humanitäre Minenräumaktion im Dorf Kusonje durch.

Der Einsatz konzentrierte sich auf landwirtschaftliche Flächen, Zufahrtswege und die Umgebung der Dorfkirche, einem zentralen Ort für den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Insgesamt wurden zwischen Juni und August 1999 40’972 Quadratmeter bearbeitet. Obwohl keine Minen oder Blindgänger gefunden wurden, trug die Massnahme dazu bei, eine wichtige Quelle der Unsicherheit zu beseitigen und das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen. Dies war unerlässlich für die Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Aktivitäten. Dieses unerwartete Ergebnis verdeutlicht auch die Einschränkungen der damals verfügbaren Informationen bei der genauen Identifizierung kontaminierter Gebiete nach dem Konflikt.

Ein Land, frei von Minen und explosiven Kriegsresten 

Obwohl Kroatien lange Zeit von Landminen und explosiven Kampfmittelrückständen betroffen war, konnten im Laufe der Jahre erhebliche Fortschritte erzielt werden. Weite gefährliche Gebiete wurden geräumt, wobei sich die verbleibende Kontamination auf bergiges und unwegsames Gelände konzentrierte, was die Einsätze erschwerte. Im März 2026 wurde das Land schliesslich offiziell für minenfrei erklärt, was einen wichtigen Meilenstein in seinem Wiederaufbau darstellte.