Eine Mine ist eine Munition, die dazu vorgesehen ist, unter, auf oder in der Nähe des Bodens oder einer anderen Oberfläche platziert und durch die Anwesenheit, Nähe oder Berührung einer Person oder eines Fahrzeugs zur Explosion gebracht zu werden (Ottawa-Vertrag 1997). Minen werden im Allgemeinen in zwei Hauptkategorien unterteilt: Antipersonenminen und Antifahrzeugminen.
Wie funktionieren Landminen?
Landminen werden in der Regel auf der Erdoberfläche verlegt oder im Boden vergraben. Sie sind so konstruiert, dass sie durch Druck, Bewegung, Stolperdrähte, Fernzündung oder moderne Annäherungssensoren ausgelöst werden. Nach der Auslösung zündet der Mechanismus die Sprengladung der Mine fast augenblicklich. Antipersonenminen sind darauf ausgelegt, einzelne Menschen zu verletzen. Sie können bereits durch ein Gewicht von nur 2 kg ausgelöst werden, wenn ein Stolperdraht gezogen wird, oder durch etwa 5 kg bei einer druckaktivierten Mine. Antifahrzeugminen hingegen zielen auf Fahrzeuge (in der Regel Panzer) ab und werden in der Regel erst ab einem Druck von mehr als 100 kg ausgelöst, da sie speziell auf die grössere Kontaktfläche von Fahrzeugen ausgelegt sind. Je nach Bauart können Minen aus Metall, Kunststoff oder einer Kombination aus beiden bestehen. Einige ältere Minen bestanden sogar hauptsächlich aus Glas und Holz, was diese Typen besonders schwer aufspürbar machte.
Welche Arten von Landminen gibt es?
Weltweit kommen Hunderte verschiedener Arten von Landminen zum Einsatz, die sich in ihren Funktionen und Auslösemechanismen stark unterscheiden. Zu den Minenarten, auf die die Teams der FSD am häufigsten stossen, gehören:
Antipersonenmine PFM-1
Die PFM-1, auch als „Schmetterlingsmine“ bekannt, ist eine Antipersonenmine, die in grosser Zahl aus Flugzeugen, Helikoptern oder Raketen abgeworfen werden kann. Sie explodiert nicht beim Abwurf, sondern erst später, wenn sie berührt oder betreten wird. In Ländern wie Afghanistan verseuchen noch immer Tausende von PFM-1-Minen das Land und fordern jedes Jahr zivile Opfer.
AP-Sprengmine der PMN-Serie
Die Antipersonenminen der PMN-Serie (PMN 1–4) gehören zu den häufigsten Sprengstoffgefahren, denen die FSD begegnet. Diese Minen wurden entwickelt, um Explosionsverletzungen an den unteren Gliedmassen zu verursachen. Sie wurden rund um Schützengräben und Verteidigungs-stellungen sowie entlang von Strassen und Feldgrenzen verlegt und stellen bis heute eine Gefahr für Zivilpersonen dar. Es handelt sich um eine druckaktivierte Mine. Einige der neueren Varianten verfügen zudem über kippempfindliche Manipulationsschutzvorrichtungen, die eine besonders vorsichtige Entsorgung oder Sprengung vor Ort erfordern.
OZM 72 Antipersonen-Sprengmine
Bei der OZM 72 handelt es sich um eine typische „Springmine“, die bei Auslösung eine Splitterladung in die Luft schleudert und dann in Hüfthöhe (ca. 0,6–0,9 m) detoniert. Dabei werden in alle Richtungen Metallsplitter geschleudert, wobei der tödliche Wirkungsradius 25 Meter beträgt. Minen dieses Typs sowie ähnliche, nicht springende Splitterminen, wie die POM-Z, werden häufig durch Stolperdrähte ausgelöst und können miteinander verbunden sein.
TM-62M Antifahrzeugmine
Die TM-62-M ist eine typische Panzerabwehrmine mit grosser Sprengwirkung. Sie enthält eine erhebliche Menge Sprengstoff, die ihre Wirkung gezielt gegen die Unterseite eines Fahrzeugs entfaltet. Die Explosion soll die Ketten oder Räder eines Kampffahrzeugs zerstören und dessen Besatzung ausser Gefecht setzen oder töten. Wird eine solche Mine von einem ungepanzerten Zivilfahrzeug ausgelöst, können die Folgen katastrophal sein.
Minen: eine dauerhafte Bedrohung
Landminen haben kein Verfallsdatum. Einige verfügen zwar über Selbstzerstörungsmechanismen, doch diese funktionieren nicht immer wie vorgesehen. Minen können über jahrzehntelang aktiv bleiben, bis lange nach dem Ende von Kriegen und Konflikten. In manchen Fällen können sie sich mit der Zeit zersetzen und dadurch noch empfindlicher werden. Egal, ob sie unterirdisch vergraben oder an der Oberfläche versteckt sind – sie bedrohen weiterhin Zivilpersonen, versperren den Zugang zu Ackerland, verhindern den Wiederaufbau und bremsen die wirtschaftliche Erholung.
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Was passiert, wenn man auf eine Mine tritt?
Wenn eine Person auf eine Mine tritt, aktiviert der Druck den Zündmechanismus und löst die Explosion unmittelbar aus. Die Auswirkungen hängen vom Typ der Landmine, der Menge des Sprengstoffs und der Entfernung zum Explosionsort ab.
Antipersonenminen sind so konzipiert, dass sie schwere Verletzungen wie Amputationen, Verbrennungen, Erblindungen oder Splitterwunden verursachen. Überlebende benötigen häufig eine langfristige medizinische Versorgung, Rehabilitation und psychologische Betreuung. Die FSD hat sich in mehreren Ländern dafür eingesetzt, die Genesung von Minen- und Konfliktopfern durch sozioökonomische Hilfsmassnahmen zu unterstützen. Derzeit führt sie ein Projekt für Konfliktopfer in Kolumbien durch.
Antifahrzeugminen werden normalerweise nicht durch das Gewicht einer Person aktiviert, da der dafür erforderliche Auslösedruck zu hoch ist. Dennoch kann eine mit der Zeit eintretende Verschlechterung der Mechanismen der Mine dazu führen, dass sie doch ausgelöst wird. Zudem können Antifahrzeugminen unter oder in der Nähe von Antipersonenminen verlegt werden (Minenstapelung), was ihre Auslösung begünstigen und möglicherweise zahlreiche Opfer fordern kann.
Minenräumung im Kino: Sind diese Filmszenen glaubwürdig?
Fakt oder Fiktion? Geben Sie Ihre Einschätzung ab und finden Sie heraus, was Filme zum Thema Minenräumung richtig… und was falsch darstellen.
Die Minenräumung erfordert eine hochspezialisierte Ausbildung und strenge Sicherheitsverfahren. Zur Ortung von Minen verwenden Minenräumer·innen in der Regel Metalldetektoren sowie weitere spezialisierte Geräte zur Untersuchung des Bodens. Wird ein verdächtiger Bereich identifiziert, wird dieser sorgfältig untersucht und der Sprengkörper mithilfe präziser Techniken von Hand freigelegt.
Anschliessend entscheidet eine Fachperson je nach Typ, Zustand und Stabilität der Mine, welche Beseitigungsmethode am sichersten ist. In manchen Fällen kann der Sprengkörper vorsichtig geborgen und neutralisiert werden, in anderen ist es am sichersten, ihn durch eine kontrollierte Sprengung vor Ort zu zerstören.
Sind Landminen verboten?
Antipersonenminen sind gemäss dem «Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen und über deren Vernichtung» (Ottawa-Vertrag, 1997) verboten. Dieses Übereinkommen wurde als Reaktion auf die verheerenden humanitären Auswirkungen von Landminen auf die Zivilbevölkerung verabschiedet. Heute sind mehr als 160 Staaten dem Vertrag beigetreten. Die humanitäre Minenräumung hat dazu beigetragen, Tausende potenzieller Unfälle zu verhindern. Dennoch sind Minen noch immer in nahezu jedem dritten Land der Welt präsent, und die Zahl der Opfer bleibt hoch: Im Jahr 2024 wurden 4’535 Opfer gezählt.
Seit 1997
214’000
Antipersonenminen durch die FSD entschärft
5’619
Antifahrzeugminen durch die FSD entschärft
+470
Quadratkilometer geräumt durch die FSD
Wer ist nach Konflikten für die Minenräumung verantwortlich?
Die Verantwortung für die Räumung kontaminierter Gebiete nach einem Konflikt liegt bei den betroffenen Staaten. Minenräumung erfordert jedoch spezialisiertes Fachwissen, geeignete Ausrüstung, erhebliche finanzielle Mittel und ein langfristiges Engagement. Humanitäre Organisationen wie die FSD unterstützen betroffene Länder, indem sie Minenräumungsprogramme durchführen, nationale Minenräumbehörden ausbilden und Programme zur Risikoaufklärung entwickeln, damit Gemeinschaften sicher leben können. Diese Massnahmen werden in Partnerschaft mit den jeweiligen Ländern umgesetzt und die FSD legt dabei grossen Wert auf den Aufbau nationaler Kapazitäten und die Ausbildung lokaler Fachkräfte, um eine nachhaltige und möglichst lokal verankerte Minenräumung sicherzustellen.
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