Kolumbien

Nachhaltige Entwicklung Minenaktion
Resilienz gegenüber dem Klimawandel Stärkung lokaler Kompetenzen Opferhilfe
In Kolumbien unterstützt die FSD die sozioökonomische Wiedereingliederung von Minen- und Konfliktopfern durch die Einrichtung von Hydrokulturgärten.

Über sieben Millionen Binnenvertriebene

Fast sechs Jahrzehnte Bürgerkrieg haben Kolumbien mit improvisierten Minen und Blindgängern verseucht. 2016 wurde mit dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der bewaffneten Gruppe FARC ein wichtiger Schritt in Richtung Stabilität gemacht. Dennoch schränken explosive Kampfmittelrückstände den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und grundlegenden Dienstleistungen weiterhin ein. Das verschärft die Armut und beschränkt die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften. Mehr als sieben Millionen Kolumbianer·innen sind nach wie vor vertrieben und viele Überlebende von Minenunfällen sehen sich grossen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen gegenüber.

Für Minenopfer ist die Arbeit in der Landwirtschaft wirklich schwierig.

Sozioökonomische Wiedereingliederung von Konfliktopfern

Die FSD ist seit 2004 in Kolumbien tätig und hat zahlreiche Minenräumprojekte durchgeführt, insbesondere zur Stärkung der Kompetenzen der nationalen Behörden. Seit 2022 unterstützt sie vom Konflikt betroffene Menschen bei der Einrichtung von städtischen Hydrokulturgärten in Bogotá, in denen sie ihr eigenes Gemüse für den Eigenbedarf oder zum Verkauf anbauen können. Ursprünglich konzentrierte sich das Projekt auf einzelne Balkonsysteme, doch im Jahr 2023 wurde es auf die Gemeinschaftsebene ausgeweitet. Seitdem wurden mehrere Opferhilfe- und Aufnahmezentren, darunter auch solche, die afrokolumbianische Gemeinschaften unterstützen, mit Hydrokulturanlagen ausgestattet.

Im Jahr 2025 baute die FSD das Programm durch den Bau eines grossen Gewächshauses in Armero Guayabal weiter aus. Mit einer Kapazität von bis zu 6’000 Pflanzen und dank solarbetriebener Systeme ermöglicht es eine kontinuierliche Produktion und bietet organisierten Gemeinschaften von Konfliktüberlebenden neue Einkommensmöglichkeiten.

Unsere Wirkung in Kolumbien (2024)
5
Aufnahmezentren für Opfer in Bogotá mit Hydrokulturgärten ausgestattet
294
Konfliktopfer und ihre Familien durch städtische Gemüsegärten unterstützt

Bekämpfung wirtschaftlicher Not und sozialer Ausgrenzung

Das Programm für städtische Gärten der FSD hat die Lebensqualität vieler Minenopfer und Konflikt überlebender erheblich verbessert. Durch diese auf ihre Situation zugeschnittene Aktivität können sie Gemüse für den Eigenbedarf und den Verkauf anbauen, ein Einkommen erzielen und nützliche Fähigkeiten in vielen Bereichen entwickeln. Gleichzeitig wird ihre soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung gefördert. Über den wirtschaftlichen Nutzen hinaus stärkt das Projekt auch soziale Netzwerke und das emotionale Wohlbefinden. In einigen Gemeinschaften, darunter auch afrokolumbianische Gruppen, werden in den Gärten Pflanzen für traditionelle und medizinische Zwecke angebaut, was zur Bewahrung kultureller Praktiken beiträgt.

Im Jahr 2025 wurde das Programm der FSD in Kolumbien von Stiftungen und privaten Spender·innen unterstützt.