MINENRÄUMUNG

Mine action

Minenräumung von Landminen, Blindgänger und improvisierten Sprengkörpern; die Aufklärung über die Gefahren von explosiven Kampfmittelrückständen und Hilfsmassnahmen für MInenopfer

Räumen von Landminen und explosiven Kampfmittelrückständen
Die FSD räumt explosive Kampfmittelrückstände, damit die Menschen wieder in Sicherheit leben können. Landminen sind nicht die einzige explosive Bedrohung für Zivilisten, wenn ein Krieg endet. Oftmals stellen Bomben, Artilleriegranaten, Mörsergranaten, Raketen oder Streumunition, die während des Einsatzes nicht explodierten, weiterhin eine hohe Explosionsgefahr dar, manchmal selbst Jahrzehnte nachdem sie abgeschossen wurden. Weiterhin werden in vielen postmodernen Konflikten in großem Umfang improvisierte Sprengfallen (IEDs = improvised explosive devices) eingesetzt. Dabei handelt es sich um Vorrichtungen, die konventionelle Explosivstoffladungen oder improvisierte, selbstgemachte Sprengkörper nutzen. Zusätzlich verwenden sie möglicherweise improvisierte Auslösemechanismen, bei denen einfache oder komplizierte Elektroteile, Radios und Fernzünder, lange Führungsdrähte, Stolperdrähte oder versteckte Sprengsätze mit Druck- oder Druckentlastungs-Schaltern verwendet werden. Die Vielzahl an improvisierten Mechanismen, die möglicherweise eingesetzt werden, in Kombination mit den unvorhersehbaren, individuell improvisierten Konstruktionsmethoden stellt eine völlig neue und gefährliche Bedrohung für humanitäre Hilfsorganisationen dar.
Einsatzgebiete:  IraqAfghanistanTadschikistanKolumbienUkrainePhilippinen

Zerstörung von Landminen, Waffen und Munitionsvorräten
Die FSD sammelt, sichert und zerstört Vorräte von Landminen, Waffen und Munition, um das Risiko für die Zivilbevölkerung zu verringern. Viele Länder halten veraltete Munitionsvorräte, die aufgrund schlechter Aufbewahrungsbedingungen und unvorhersehbarer Eigenschaften von explosiven Bestandteilen mit abgelaufenem Verfallsdatum eine Gefahr für die Zivilbevölkering darstellen können. Wenn ein Konflikt endet, entstehen durch Abrüstungskampagnen möglicherweise Waffenvorräte, die zerstört werden müssen, um zu verhindern, dass es zu Massenexplosionen in Lagereinrichtungen, oder zu Unfällen bei der Nutzung von abgelaufenen Kampfmitteln kommt, oder aber dass Großmengen veralteter Sprengkörper an sich eine Gefahr darstellen oder in die falschen Hände geraten.
Einsatzgebiete: Tadschikistan

Aufklärung über die Gefahr von Minen und nicht explodierter Munition
Kinder gehören in einer Nachkriegsphase zu den ersten Opfern von Blindgängern, Landminen und explosiven Kampfmittelrückständen. Wenn eine Räumung nicht machbar erscheint, ist eine der besten Methoden zur Verhinderung von Unfällen mit Minen und Sprengstoffen, gefährliche Gebiete zu markieren und die Menschen, die in der Nähe leben, aufzuklären, um das Bewusstsein für solche Gefahren zu stärken und das Verhalten der Anwohner anzupassen. Wenn auch die Aufklärung über die Gefahr der Minen die Bedrohung nicht beseitigt, so reduziert sie doch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen. Die FSD klärt Kinder, Jugendliche und Erwachsene in kontaminierten Regionen auf. Oftmals ist die Aufklärung über die Gefahr der Minen mit der Mobilisierung eines Engagements auf Gemeindeebene, der systematischen Sammlung von relevanten Daten, der Versorgung von Minen-Opfern sowie mit Untersuchungs- und Räumungsaktivitäten verbunden.
Einsatzgebiete: AfghanistanUkrainePhilippinen

Betreuung der Opfer
Die Betreuung der Opfer ist ein zentraler Bestandteil der Minenräumung und gemäß der Ottawa-Konvention eine Pflicht der Vertragsstaaten. Die FSD kümmert sich weltweit in Abstimmung mit ihren internationalen Minenräumungs-Aktivitäten um die Pflege, die Versorgung und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Wiedereingliederung von Minenopfern.

Die Opferbetreuung setzt sich zusammen aus verschiedenen konkreten Maßnahmen, die darauf ausgelegt sind, dass die mittel- und langfristigen Bedürfnisse der Minenopfer, ihrer Familien, der Gemeinden, die von Minen betroffen sind, und von Menschen mit Behinderungen nachhaltig abgedeckt werden. Die Betreuung der Opfer umfasst unter anderem die medizinische Notfall- und Dauerversorgung, die körperliche Rehabilitierung, die psychosoziale Unterstützung und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Wiedereingliederung, sowie Gesetze und staatliche Strategien, welche unter einer Menschenrechtsperspektive die wirksame Behandlung, Pflege und den Schutz aller Bürger mit Behinderungen fördern, einschließlich der Opfer von Landminen.
Einsatzgebiete: Afghanistan