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Tadschikistan

In Tadschikistan vernichtet die FSD Munitionsbestände und befreit verseuchtes Land von Pestiziden.

In-order-to-prevent-obsolete-weapons-and-ammunition-from-falling-into-the-wrong-hands,-FSD-is-mandated-to-destroy-these-devices-safely-(Tajikistan)

Diese FSD-Mitarbeiter transportieren eine Kiste mit Munition zu einem abgelegenen Ort, damit sie durch eine kontrollierte Sprengung vernichtet werden kann. (Tadschikistan, 2020)

Situation

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte Tadschikistan 1991 seine Unabhängigkeit, woraufhin ein Bürgerkrieg ausbrach der bis 1997 andauerte. Das Land ist bis heute die ärmste der ehemaligen Sowjetrepubliken und trägt ein schweres Erbe aus dieser jüngeren Geschichte mit sich. Beträchtliche Mengen veralteter Waffen und Munition sind nach wie vor im Umlauf und stellen eine Bedrohung für die Bevölkerung und die regionale Sicherheit dar.

Eine Gefährdung geht Tadschikistan jedoch auch von anderen gefährlichen Hinterlassenschaften der Sowjetära aus. In den 50er und 60er Jahren wurden Pestizide in grossem Umfang, fast kostenlos ilandesweit verteilt, um die landwirtschaftliche Produktion anzukurbeln. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden zahlreiche Pestizidbestände unkontrolliert zurückgelassen.

Seitdem dringen diese Pestizidbestände, allen voran DDT, in die Umwelt und somit in die Nahrungskette ein. Die langfristige Exposition gegenüber solchen organischen und persistenten Schadstoffen wird mit einer Reihe negativer Auswirkungen auf die Gesundheit in Verbindung gebracht. Dazu zählen Auswirkungen auf das Nerven-, Immun-, Reproduktions- und Hormonsystem bis hin zu verschiedenen Arten von Geburtsfehlern und Krebs.

Die tadschikische Regierung ist sich der Risiken, die diese Stoffe für die Gesundheit, die Umwelt und die Wirtschaft darstellen bewusst, verfügt aber derzeit nicht über die finanziellen und institutionellen Mittel, um dieses Problem lösen zu können.

Wenn es regnet oder schneit, verfärbt sich der Boden gelblich. Es entsteht ein unerträglicher Geruch.

Salmanjoon

Bewohnerin von Oykamar, ein mit Pestiziden verseuchtes Dorf

Salmanjoon - Inhabitant of Oykamar, village contaminated by toxic pesticides
Tadschikistan

Umweltsanierung

Das Projekt zur Aufbereitung von Böden, die mit giftigen Pestiziden kontaminiert sind, begann 2016. Eine der ersten Massnahmen war die Umsiedlung mehrerer Familien, die überhalb einer Pestiziddeponie lebten. Die Aktivitäten der FSD konzentrierten sich dann auf die Entfernung der obersten Schichten der kontaminierten Böden zu dem sicheren Lagerplatz in Vakhsh, weit entfernt von Häusern und Wasserläufen. Sauberes Erdreich wurde folglich in diese Dörfer transportiert.

2021 begann die FSD mit der Arbeit an einem von UNEP finanziertem Projekt zur Entwicklung einer Technologie, die das Problem der veralteten Pestizide dauerhaft beseitigen soll. Kontaminierte Böden sollen dabei sehr hohen Temperaturen und hohem Druck ausgesetzt werde, ohne dass Dioxine oder andere giftige Emissionen in die Atmosphäre gelangen.

FSD excavator in Tajikistan
Tadschikistan

Entsorgung von Waffen und Munition

Seit fast 20 Jahren leitet die FSD ein Projekt zur Beseitigung veralteter Bestände an Kleinwaffen und Munition aus der Sowjetära. Je nach Grösse werden diese veralteten Waffen und Munition entweder verbrannt oder durch eine kontrollierte Explosion zerstört.

Bislang hat die FSD in Tadschikistan mehr als 1,7 Millionen Waffen und Munition sowie rund 50 tragbare Luftabwehrsysteme (MANPADS) vernichtet.

Controlled explosion from an obsolete ammunition stock in Tajikistan.jpg

Die FSD in Tadschikistan

Die Präsenz der FSD in Tadschikistan geht auf das Jahr 2003 zurück, als mit Unterstützung des US-Aussenministeriums ein Minenräumprogramm durchgeführt wurde.

Parallel dazu startete die FSD 2009 ein ebenfalls von den USA finanziertes Programm zur Beseitigung von Lagerbeständen, um die nationale und regionale Sicherheit zu fördern.

2016 wurde ein dritter Arbeitsbereich von der FSD initiiert: die Sanierung von Gebieten, die durch giftige Pestizide verseucht sind. Es wurde eine Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen gegründet, um eine saubere und effiziente Sanierungstechnologie zu entwickeln.

2018 mussten die Arbeiten in Tadschikistan aufgrund fehlender Mittel eingestellt werden.

Zentimeter für Zentimeter

Im Jahr 2021 haben unsere Minenräumer 8,5 km² geräumt, eine Fläche, die der halben Stadt Genf entspricht. Diese Arbeit erfordert trotz der harten Arbeitsbedingungen ständigen Fokus.

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VERNICHTUNG VON WAFFEN UND MUNITION

Wie vernichtet man in Tadschikistan veraltete Waffen und Munition?
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Unsere Aktivitäten

Unsere humanitären Programme konzentrieren sich auf vier Kernbereiche.

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MINENRÄUMUNG

Die FSD lokalisiert und neutralisiert Minen, Munition wie auch andere explosive Kriegshinterlassenschaften, leistet Aufklärungsarbeit und unterstützt Minenopfer.

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WIEDERAUFBAU UND STABILITÄT

Die FSD trägt zu Friedensprozessen in mehreren Ländern bei und unterstützt Gemeinden durch sozioökonomische Hilfsleistungen.

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UMWELTSCHUTZ

Die FSD klärt Gebiete, die mit giftigen Altlasten belastet sind, fördert biologische Vielfalt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel.

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Innovation & technologie

Die FSD beteiligt sich an Forschungsprojekten, die darauf abzielen, Drohnen für die Minenbekämpfung nutzbar zu machen.

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